1) Einleitung
Wen
wundert es, wenn die Entstehung des Geschäftsbetriebes Därr Expeditionsservice
mit Personen des Namens Därr verbunden ist. Erika und Klaus Därr unternahmen in den
70er-Jahren viele Reisen, insbesondere durch die Sahara. Darüber entstanden Broschüren
und Bücher. Diese Schriften führten zu einen ausreichenden Bekanntheitsgrad um
Ausrüstungen für Expeditionen anzubieten. Um die Kombination von Aktivitäten als
Expeditionsreisende, Selbstverleger, Großhändler von "Globetrotterbüchern",
Ausrüstungshändler mit Laden und Versand in eine ordentliche Organisationsform zu
zwingen entstand die Firma Därr Expeditionsservice.
Mit wachsendem Umsatz wurde sie in einzelne eigene und ausgegründete Firmen aufgeteilt.
Es entstand die ihr 25. Jubiläum feiernde Därr
Expeditionsservice GmbH, der Verlag "Reise
Know- How Därr GmbH" und die Vertriebsfirma für Satellitennavigationsgeräte
"GPS Gesellschaft für professionelle
Satellitennavigation mbH". Diese Firmen befanden sich alle im Eigentum der Familie
Därr. Därr Expeditionsservice GmbH wurde im
April 1998 zu 100% an die Herren Gerhard Lauche und
Wolfgang Maas verkauft, die ebenfalls seit den 70er-Jahre ein Ladengeschäft mit
Filialen und Versand für Trekkingausrüstung in München Pasing betreiben. Unter ihrer
Leitung wird die Firma am bekannten Ort unter bekanntem Namen weiter erfolgreich
betrieben. Därr Expeditionsservice in den
80er-Jahren seine Geschäftsbereiche "Großhandel" einstellte um sich auf
Einzelhandelsgeschäfte zu konzentrieren entstanden weitere Ableger. Renate Brettschneider, die studienbegleitend im
Versand arbeitete, übernahm die Fertigung und den Import von Moskitonetzen sowie den
Import und Großhandel mit englischsprachigen Globetrotterbüchern. Richard Trinkl, viele
Jahre lang Stellvertreter der Geschäftsleitung in der Firma Därr, übernahm den Bereich Großhandel mit
Trekking und Expeditionsausrüstung. Unter der Firmierung RELAGS
ist dieses Unternehmen inzwischen eine nicht zu übersehende Größe im Bereich
Großhandel der Branche Outdoor- und Trekkingbedarf. Thomas Trossmann, mehrere Jahre lang
Verkäufer im Bereich Motorradausrüstung, wurde Autor des bei Därr verlegten Buches
"Motorradreisen zwischen Urlaub und Expedition" und daraus sich entwickelnd
Autor einer ganzen Reihe von Reiseführern bei anderen Verlagen. Heute ist er Autor von
Reiseführern, Veranstalter organisierter Motorradtouren in der Sahara und Chefredakteur
der Motorrad Reisezeitschrift "OnRout'". Aber auch die "Därrs" gibt
es noch, Erika Därr ist weiterhin Geschäftsführerin des obengenannten Verlages, Klaus
Därr ist Geschäftsführer der einleitend genannten Firma GPS GmbH, er betreut aber
dennoch weiterhin jeden Donnerstag von 15h - 19h die "Hotline für Fernreisen"
bei Därr Expeditionsservice (Tel. 089-282032 oder -33) und veranstaltet pro Jahr eine
ausgedehnte Expedition durch die Sahara. Der Sohn René Därr betreibt unter der
Bezeichnung SATFON. de neben der Ausbildung einen
Verleih von Satellitentelefonen.
2) "Globetrotterbücher"
Mitte der siebziger Jahre waren die typischen "68er" dabei diese Welt zu
erkunden. Dabei wollten sie von Reiseveranstaltern unabhängig sein, mit wenig Geld viel
erleben, Kontakt zu Land und Leuten haben. Wo man hinsah wurden in Deutschland am
Straßenrand alte Post- Paketbusse mit Obstkisten und Schaumstoffplatten zu Wohnmobilen
aufgerüstet. Viele der Fahrzeuge wurden später in Syrien, Nepal oder Senegal verkauft um
den Travellern den Rückflug, möglichst aber die ganze Tour zu finanzieren. Sie
betrachteten sich als Globetrotter, wurden aber von der Presse wie Landstreicher behandelt
oder als "Alternative" belächelt. Zwei dieser Globetrotter waren Erika und
Klaus Därr, die nach einigen selbst organisierten Saharareisen im Selbstverlag die
Broschüre TransSahara herausbrachten. Format DIN A 4, Umfang 50 Seiten, Auflagenhöhe 250
St.. Die Broschüre gab Tips zur Vorbereitung, Ausrüstung und Durchführung von selbst
organisierten Reisen durch die Sahara und ganz Afrika. Der Durst nach Information war
riesig und als die Broschüre neben den wenigen anderen Globetrotterbüchern in der
"ADAC- Motorwelt" vorgestellt wurde, erschienen im ersten Jahr nach Druck der
Erstauflage drei jeweils aktualisierte und erweiterte Auflagen. Schon bald kam das Buch
"Durch Afrika" hinzu, das in Kooperation der "Därrs" mit dem TCS in
Genf (Touring Club der Schweiz) bearbeitet und verbreitet wurde.
Die
Bücher wurden anfangs fast ausschließlich im Direktvertrieb verkauft, denn der
etablierte Buchhandel schloss sich der Meinung der Presse an und wollte mit so was nichts
zu tun haben. Über die damals aufkommenden Alternativ- Läden wie "Trotzkopf",
"Zweitausendeins", vereinzelt auch über die geographischen Buchhandel fanden
die Schriften schließlich doch ihren Weg auf den Ladentisch. Jetzt wurden sie von den
etablierten Verlagen belächelt, weil sie in Gestaltung, Satz, Verarbeitung nicht
mithalten konnten. Es standen also die herkömmlichen "Kirchen-, Gruften-,
Katakombenführer" in denen all das beschrieben wurde was sich seit Jahrhunderten
nicht verändert hat und voraussichtlich auch in den nächsten Jahrzehnten nicht ändern
wird, gegen "Alternative Globetrotterbücher", die in begrenzter Auflage billig
gemacht, aber jedes Jahr überarbeitet wurden. Die einen waren in Aufmachung, Umfang und
Professionalität überlegen, enthielten aber kaum praxisorientierte Informationen oder
aktuelle Daten, weil das die Laufzeit und damit die Auflagenhöhe begrenzen würde. Die
anderen waren provisorisch in Heimarbeit entstanden, aber aktuell, in kleiner Auflage
gedruckt und auf "Selbstreiser" ausgerichtet. Der Kunde entschied und es
entstand die neue Art des Reiseführers, die "Globetrotterführer" bei
inzwischen Dutzenden von kleinen und mittleren Verlagen mit Hunderten an Titeln über
praktisch alle Länder der Erde.
3) Ladengründung
Das große Interesse am Globetrotterhandbuch "TransSahara" legte die Vermutung
nahe, dass die Leser auch Ausrüstung für ihre große Reise brauchen, die sie zwar in
Geschäften verschiedener Art bundesweit zusammensuchen könnten, wofür sie aber die Zeit
nicht opfern wollten. Folgerichtig hektographierten die "Därrs" noch 1975 eine
erste Angebotsliste mit Geldgürteln, Wassersäcken, Wasserfiltern, Sandblechen,
Treibstoffkanistern, Afrikakarten, Globetrotterbüchern, etc. Im Jahr darauf brachten sie
den ersten kleinen Versandkatalog heraus, der die Bezeichnung
"Globetrotterkatalog" tragen sollte. Leider fehlte gleich der zweite Buchstabe
des Titels, was erst nach erfolgten Druck auffiel und womit auch gleich Deutschlands
erster "Gobetrotterkatalog" am Markt war. Erste Handelsgeschäfte wurden in
einer untergemieteten Mansardenwohnung in Münchens Nördlicher Auffahrtsallee nahe dem
Nymphenburger Schloss, 3. Stock, ohne Lift abgewickelt. Der Umsatz stieg, weshalb es
untragbar wurde drei Meter lange Sandbleche durch den Kellerschacht und gebrauchte
Treibstoffkanister aus dem dritten Stock auszuliefern. Es war also ein Umzug fällig,
weshalb die "Därrs" nach Heimstetten am Stadtrand Münchens umsiedelten. Als
sich Nachwuchs ankündigte und nicht nur der Leibesumfang von Erika Därr, sondern auch
der Umsatz weiter steigend war, konnten auch die 65 Quadratmeter dieser Wohnung nicht mehr
reichen. Offensichtlich wurde das, als der Empfänger eines Paketes anrief er habe einen
Schlüssel im Packmaterial gefunden, was er mit dem machen solle. Es war der Schlüssel
des Schlafzimmerschranks, der versehentlich auf dem "Packtisch", der auf dem
Boden liegenden Doppelmatratze der Därrs mit eingepackt wurde.
Der
Nachwuchs rückte näher, es mussten neue Räume her, Wohnung und Versand mussten getrennt
werden. Also ein weiterer Umzug innerhalb Heimstettens und bald darauf die Eröffnung
eines ersten Ladens in München. Der Billigfluganbieter Travel Overland zog gerade aus dem
20 Quadratmeter Laden am Elisabethplatz in München Schwabing in wesentlich größere
Räume, Firma Därr zog ein. Der Versand
verblieb in der Peripherie, der Laden war in der Stadt. Die Räume wurden schnell zu klein
weshalb man in die Theresienstr.66 zog, in Sichtweite der Pinakothek, auf halbem Weg
zwischen Ludwig Maximilians Universität und Technischer Universität. Dort verdrängte
der Laden nach und nach erst einen kränkelnden Schaumstoffladen, dann zusätzlich eine
Tanzschule aus zwei Etagen, die wegen ihrer Geräuschentwicklung bei der Nachbarschaft
nicht sehr beliebt war.
4) Die Namensgebung
Natürlich musste das Geschäft einen Namen tragen, ein erster Versuch einen Namen mit
Bestandteil "Globetrotter" zu wählen wurde per einstweiliger Verfügung
abgewürgt. Ein Busunternehmer von der Waterkant hatte sich das Wortzeichen GLOBETROTTER
im Zusammenhang mit Reiseführern schützen lassen und beharrte auf seinem Schutzrecht.
Eine Anfechtung war problematisch, weil der Busunternehmer seit vielen Jahren plante eine
Broschüre über die Lüneburger Heide unter dem Begriff Globetrotter zu verlegen. Die
Broschüre erblickte nie das Licht der Welt, blockierte aber die Verwendung des Namens.
Die Därrs als engagierte Afrikafahrer waren ohnehin eher technisch orientiert und
wählten den Begriff "Expeditionsservice".
5) Das "Wüstenfuchs" - Logo entsteht
Im Jahr 1976 veranstalteten die Därrs ein erstes Globetrottertreffen in der
Waldwirtschaft in Pullach im Isartal, wo damals die Blasmusik noch bis Mitternacht spielen
durfte und auch das Geräusch anstoßender Bierkrüge noch kein Ärgernis für die
Nachbarschaft war. Dort trafen die Därrs zufällig den jungen Graphiker Günter Gläßl.
Klaus Därr zog den ersten vermeintlichen "Globetrotterkatalog" aus der Jacke,
den Günter Gläßl als "Gobetrotterkatalog" entlarvte. Das hob sowohl die
Stimmung wie auch die Kreativität, der Werbefachmann schlug vor ein Logo zu entwerfen und
man beriet was das denn sein könnte. Schnell war man sich einig, dass das ein
Wüstenfuchs sein müsse und Günter Gläßl ging in den Zoo um sich inspirieren zu
lassen. Da gab es Füchse in verschiedenen Ausführungsformen, nur keinen Wüstenfuchs.
Also musste Brehms Tierleben als Vorlage herhalten, ein beliebtes, in Deutschland und den
Ländern der Sahara hoch begehrtes Logo entstand, das bis heute unverändert blieb. Der
aufmerksame Beobachter wird es auf Tausenden von Geländefahrzeugen, Wohnmobilen und
Motorrädern wiederfinden, die auf den fünf Kontinenten unterwegs sind oder in
Reisezeitschriften abgebildet sind.
5)
Die Geschäftsidee
Teilt man Geschäftsideen nach Kategorien ein, so treten die "gut aber nicht
neu" und "neu aber nicht gut" am häufigsten auf. Die Idee einen Laden mit
Versand für Reise- und Expeditionsausrüstung zu gründen war neu und schien nicht die
schlechteste gewesen zu sein, denn sehr bald kamen Anrufe aus vielen Städten
Deutschlands, ob man nicht Filialen für Därr
eröffnen könne, dort einkaufen und sie über den Därr-
Katalog bewerben könne. Anrufer waren Reisefreaks, die genauso wenig Geld und
kaufmännische Erfahrung wie die Därrs hatten, deren Geschäftsidee aber nicht mehr so
sensationell neu war. Auch deren verbreitete Absicht bei Firma Därr zu kaufen, über deren Katalog
beworben zu werden aber die Sachen billiger abzugeben, damit der Kunde nicht direkt bei Därr kauft konnte kaufmännisch nicht sonderlich
überzeugen. Die Därrs waren organisatorisch nicht vorbereitet, finanziell nicht gut
genug unterfüttert und auch nicht ambitioniert eine Ladenkette aufzuziehen. Ihre Devise
war einen qualifizierten Laden mit Versand zu betreiben und zwei bis drei Monate im Jahr
auf Expedition zu sein. Die Befürchtung war, dass eine gutgehende Filiale bald von deren
örtlichem Verantwortlichen kopiert würde und man eine schlecht laufende Filiale ohnehin
nicht braucht. Damit waren 100% der denkbaren Fälle als nicht erstrebenswert erkannt.
Für ein funktionierendes Filialsystem hätte es ständiger Bewegung in Deutschland
bedurft, sowie geschäftsmäßig harter Kontrolle, die aber vor allem während der
monatelangen Expeditionen nicht mehr möglich gewesen wäre. Noch in den siebziger Jahren
entstanden unabhängig voneinander und aus eigener Kraft vergleichbare Geschäftsbetriebe
in Aachen, München- Pasing, Hamburg, Passau, Stuttgart, die größtenteils auch heute als
florierende Größen der neu entstandenen Branche existieren.
6)
Die Globetrottertreffen
Schon 1976 ahnten die Därrs, dass großes Interesse an einem Forum vorhanden sein
könnte, in dem sich diejenigen Traveller treffen, die mit eignem Reisefahrzeug in der
Sahara, in ganz Afrika, aber auch in anderen Ländern der Erde auf eigene Faust unterwegs
sind. Ein entsprechendes Forum für Rucksackreisende gab es in Form der "Deutschen
Zentrale für Globetrotter e.V." bereits. Den Därrs schien die Organisationsform
eines e.V. für Individualisten nicht ideal. So begannen sie völlig zwanglose Treffen,
"Globetrottertreffen" genannt zu veranstalten. Zu deren Besuch war und ist keine
Mitgliedschaft erforderlich, keine Voranmeldung nötig und es wird kein Eintrittsgeld
gefordert. Die Treffen waren vom ersten 1975 in der Waldwirtschaft in Pullach bei München
bis zu den Treffen in Zellerreit bei Wasserburg, die seit über zehn Jahren stark besucht
sind, ein voller Erfolg. Die Treffen werden nur über den eigenen Katalog bekannt gemacht,
weil eine weiter steigende Teilnehmerzahl den bewährten organisatorischen Rahmen sprengen
würde, neuen Standort und letztlich einen Ausgleich der entstehenden Kosten durch ein
Eintrittsgeld erforderlich machen würde. Würde die bisherige Besucherstruktur, zwei
Drittel erfahrener Insider, eine Drittel Newcomer, durch überproportional viele Newcomer
und Neugierige verändert, so verlöre das Treffen für manchen Besucher seinen speziellen
Reiz.
Auch
im Frühsommer 2000 findet wieder ein Treffen für Geländewagenfahrer und Benutzer
leidlich geländetauglicher Wohnmobile, sowie im Herbst ein Treffen für Enduro- Fahrer in
Zellerreit statt. Genauere Angaben zu Zeit, Ort, Programm können unter www.daerr.de im Internet nachgesehen werden.
7)
Lieferanten finden
Das Sortiment des neuen Geschäftsbetriebes zu definieren war nicht das Problem, die
Därrs mußssen nur das anbieten, was sie für die eigenen Touren jeweils gebraucht
hatten. Problem war vielmehr dafür Lieferanten zu finden, die auch bereit waren den
nötigen Händlerrabatt zu gewähren. Da stieß man an allen Ecken und Enden auf
Verkrustungen. Die Verlage lieferten Reiseführer und Landkarten nur an den etablierten
Buchhandel um die liebgewonnene Preisbindung nicht durch "Alternative"
gefährden zu lassen. Die Reifenindustrie fertigte zwar Wüstenreifen, lieferte aber
natürlich nur an den Reifenfachhandel, der zwar keine Wüstenreifen verkauft aber keine
Händler ohne Werkstatt neben sich dulden mochte. Die Großhändler, die Rucksäcke,
Schlafsäcke und Leichtzelte vertrieben lieferten selbstredend nur an den Sportfachhandel,
was z.B. Firma SALEWA auch gleich schriftlich gab, unterzeichnet von einem Prokuristen.
Die Hersteller oder Importeure von Geländefahrzeugen und Leicht- LKWs saßen verbissen
auf ihren Werkstatthandbüchern, die natürlich nur für die Werkstätten geschrieben sind
und nur denen ausgeliefert wurden. Der Autofahrer soll gezwungen werden eine Fachwerkstatt
aufzusuchen und nicht selber basteln, nur leider gibt es die im Umkreis von 1.000km um
Timbuktu nicht. Der Versuch Notsignalgeräte ins Programm zu nehmen scheiterte zunächst
daran, dass zu deren Verkauf im Freistaat Bayern (da und nur da) eine eigene
Eignungsprüfung abgelegt werden muss. Es musste also eine zuverlässig erscheinende
Person, z.B. der Inhaber eine Prüfung ablegen, in der er auch über die Anwendung von
Böllerschüssen im Weinbau Bescheid wissen musste. Welche Antworten von Optikfirmen bei
der Anfrage nach Ferngläsern, Importeuren japanischer KW-Radios, Importeuren von
Kleingeneratoren etc. auf die Anfragen der Därrs kamen erspare ich noch anzuführen. Auf
der Sportfachmesse ISPO wurde Klaus Därr Ende der 70er-Jahre von den Ausstellern
reihenweise belächelt wenn er Hosen, Jacken und Westen in Farbe Beige kaufen wollte, weil
der Reisende in Afrika nicht in strapazierfähiger Freizeitkleidung in NATO - oliv oder
Camouflage umherlaufen kann. Gar noch Geldgürtel, Mückennetze oder Wüstenschuhe haben
zu wollen wurde vollends als Schwachsinn erachtet.
8)
Neue Hemmnisse
War es zunächst problematisch von
Herstellern, Grossisten und Importeuren beliefert zu werden, so wurde später das Reisen
an sich schwieriger. Hatten in den 70er- und 80er - Jahren die Studenten während der
Sommerferien noch relativ viel Freizeit, so wurde das später immer mehr durch Praktika
oder die Notwendigkeit des Geldverdienens eingeschränkt. Mit fortschreitender Verarmung
der Länder Afrikas nahmen innere Konflikte und Grenzkonflikte zu, die es erschwerten oder
zeitweise unmöglich machten die Sahara zu durchqueren oder gar bis Kapstadt
weiterzureisen. Mit zunehmender Egozentrik des sich vereinigenden Europas wurde es für
die Bewohner Afrikas erschwert Visa für "Schengenland" zu bekommen und im
Gegenzug führten viele Länder Afrikas die Visa - Pflicht für Europäer ein. Wegen der
immer größeren politischen und administrativen Schwierigkeiten die Erde auf dem Landweg
zu bereisen nahmen Flugreisen massiv zu. Flüge wurden ja auch immer billiger, während
das Reisen im Kraftfahrzeug immer teuerer wurde. Der am Biertisch rhetorisch verbreitete
Umweltgedanke hat noch keine Wirkung am Grünen Tisch erzielt, der Treibstoff an der
Tankstelle wird immer teurer, der in ungleich höherem Umfang pro Person und Kilometer
erforderliche Flugzeugtreibstoff bleibt weiterhin steuerfrei. Überzogene, bzw. rein auf
den Bedarf der Europäer zugeschnittene Sicherheitsvorschriften in Europa verhindern es
für Expeditionen sinnvolle oder notwendige "Low- Tech- Ausrüstungen" aus
Ländern der dritten Welt zu importieren oder in Kleinserie fertigen zu lassen.
Exorbitantes Porto für Katalogsendungen in das europäische Ausland oder gar per Luftpost
nach Übersee (DM 24.-) würgen die Entwicklung eines kleineren national agierenden
Unternehmens zu einem mittleren international agierenden Handelsunternehmens ab. Immer
klarer wurde mit der Zeit auch, dass ein Unternehmen das sich an das geltende Recht bei
der MWSt. -Erstattung für Ausfuhrlieferungen hält massiv ins Hintertreffen gegen den
etablierten Handel gerät, der die MWSt. auch solchen Personenkreisen erstattet, die ihren
Wohnsitz beim Einkauf nicht schon außerhalb Europas haben, sondern erst dorthin verlegen.
Die Rechtslage ist europaweit klar, die ganze Wirtschaft einschließlich großer
Handelsketten und der Automobilindustrie hält sich aber nicht daran. Das alles geschieht
trotz akuter Finanznot unbeanstandet unter den Augen der Finanzbehörden - bis es eines
Tages kracht, wie in den 80er-Jahren und Jahresanfang 2000 mit den Parteispendenaffairen
zum Großen Knall kommt. Dann sind natürlich diejenigen Schuld, die sich dem Druck der
Kunden beugend dem Verhalten der Mehrheit anschlossen und nicht etwa die Finanzbehörden,
die selbst bei jahrelanger systematischer Missachtung in großem Umfang bei
Steuerprüfungen die Augen schlossen. Selbst eine Petition im Bayerischen Landtag und ein
Schreiben an den Finanzminister änderten nichts daran, dass das Steuerrecht schriftlich
bestätigt, die Handhabung im Prüfungsfall solche Steuerverkürzung aber weiterhin
unbeanstandet lässt. Auch auf dem Fahrzeugsektor bahnen sich neue Hemmnisse an. Zunächst
begann das Problem mit den Motoren, die nur mit bleifreiem Benzin betrieben werden
dürfen, das es in Afrika nicht gibt. Da Wohnmobile und Geländefahrzeuge in immer
größerem Umfang mit Dieselmotoren ausgerüstet werden trat das Problem in den
Hintergrund. In wenigen Jahren wird es jedoch in Europa nur noch Dieselfahrzeuge geben,
die einen speziellen, schwefelarmen Dieseltreibstoff benötigen, den es dann wiederum in
Afrika nicht gibt.
9)
Persönliche Lebensplanung
Ganz offensichtlich gehört es zur Selbstdarstellung des Saharafahrers nach Heimkehr zu
berichten er sei fast verdurstet. Genauso gehört es zur Selbstdarstellung des
Unternehmers er sei so unentbehrlich, dass er weder länger als eine Woche Urlaub nehmen
könne, noch gar seine Arbeitstätte gänzlich verlassen könne. Nicht so bei den Därrs,
die konsequent jedes Jahr zwei bis drei Monate auf Expedition waren und selbst Bankern und
Lieferanten freiherzig erzählten, dass sie das Geschäft um das Jahr 2000 herum verkaufen
möchten um die Freiheit zu gewinnen einige Jahre auf Weltreise zu gehen. Das konnten sie
getrost verkünden, weil es ohnehin keiner glaubte, bis zum 8. April 1998 als sie den
Geschäftsbetrieb an Gerhard Lauche und Wolfgang Maas
verkauften.
10) Perspektiven
Die Zeiten in denen ein reiseerfahrener Jungunternehmer mit Biss einen selbständigen
florierenden Expeditionsausrüstungsladen aufziehen kann sind vermutlich deshalb vorbei,
weil der Anspruch des Kunden nach einem jährlich frischen, farbigen Katalog mit
Dumpingpreisen von einem einzelnen Geschäftsbetrieb nicht erfüllt werden kann. Es ist
die Zeit gekommen, in welcher auch in dieser Branche die Konzentration auf weniger aber
dafür große Handelsfirmen kaufmännisch notwendig ist. Es gilt dennoch unermüdlich das
hehre Ziel zu verfolgen, dass der Inhaber erstens ständig unterwegs ist um Erfahrung zu
sammeln, aber natürlich dann persönlich im Laden anwesend ist wenn der Kunde ihn dort
erwartet. Es gilt das Ziel die Ausrüstungen zu bieten die der Kunde sonst nirgends
findet, die müssen natürlich extrem leicht, stabil und am Tag der Abreise des Kunden
sofort lieferbar sein, der Service und Rabatt muss dem der Modeboutique entsprechen und
der Preis dem eines Outlet- Stores. Trotz dieser nicht zu verheimlichenden Resignation hat
Klaus Därr jede Menge neue Geschäftsideen, von welchen er aber nur wenige verwirklicht,
weil es sein primäres Ziel ist die ganze Erde zu bereisen. Ist er im Lande, so berät er
gerne in der Hotline für Fernreisende die Kunden der Firma Därr, wenn ihm etwas gutes einfallen sollte
auch die neuen Eigentümer der Firma.
11) Fernreise Hotline
Es kann nicht anders sein, als dass die Betreiber eines Expeditionsausrüstungsgeschäftes
nach deren Reiseerfahrung gefragt werden. Störend ist nur, dass die sich auch um die
kaufmännisch- organisatorische Seite des Geschäftsbetriebes kümmern müssen. Um hier
einen Interessenausgleich zu schaffen, wurde die "Fragestunde für Globetrotter"
eingeführt, die seitdem jeden Donnerstag von 15h - 19h unter Tel. 089-282032/33
abgehalten wird. Heute läuft der Service unter der Bezeichnung "Fernreise
Hotline". In dieser Zeit war und ist man darauf vorbereitet den telefonischen
Anfragen Priorität zu geben vor Handelsvertretern, Steuerprüfern, AOK-Prüfern,
Gewerbeaufsicht sowie anderer Staatsgewalt und Fremdsteuerung. Die Hotline erwies sich
sehr schnell als ungewöhnlich nützliche Einrichtung für beide Seiten. Der Anrufer
weiß, dass er mit seinen Fragen definitiv nicht stört. Als besonders hilfreich erwies
sich, dass manche Anrufer weit mehr nützliche Information zu geben hatten als Fragen zu
stellen. Damit kam der Informationsfluss erst richtig in Gang. Typische Fragen wären: Ist
die Grenze zwischen Land X und Y für Autoreisende passierbar? In welcher Währung nehme
ich meine Reisekasse für Land Z mit? Kann ich in Land N einen Peugeot 404 verkaufen? Gibt
es eine Fährverbindung von Italien oder Griechenland nach Libyen oder Ägypten? Kann ich
die Panamerikana durchgehend von Zentralamerika nach S- Amerika befahren? Kann ich von
Pakistan oder Nepal nach China weiterreisen? Gibt es eine Schiffsverbindung von dem Iran
zur Arabischen Halbinsel? Wie kann ich auf dem Landweg von Europa nach Südafrika
gelangen?
12) Internet-Präsenz
Gerade für den Verkauf exotischer Artikel und die Verbreitung sehr spezieller
Informationen über Länder der dritten Welt ist das Internet ein hervorragendes Medium,
weshalb sich die WEB- Präsenz von Därr
Expeditionsservice nach anfänglicher Lernphase als nützlich für Betreiber und
Surfer erwies. www.DAERR.de.
13) Der DÄRR -
Katalog
Nachdem ein so spezialisiertes Geschäft nicht von der Kaufkraft der Kunden im
Nahbereich leben konnte und das Informationsbedürfnis der Interessenten nicht in
Einzelgesprächen zu befriedigen war musste von Anfang an ein Katalog her. Damit war auch
ein Standard für all die Läden gesetzt, die später eröffneten, obgleich natürlich der
Kuchen langsamer wuchs als er geteilt wurde. Heute ist der DÄRR-
Katalog überregional nicht nur wegen
seiner Trekking- und Leichtgewichtsausrüstung, sondern nach wie vor wegen der
Geländewagenausrüstung und der detaillierten Landkarten von Ländern der 3.Welt als
Planungsinstrument sehr begehrt.
14) Fotografien für die Presse
Anlässlich des 25-Jährigen Firmenjubiläums der Fa. DÄRR Expeditionsservice bieten wir
der Presse den obigen Text und die folgenden Aufnahmen zur honorarfreien Verwendung an. In
begrenztem Umfang können noch weitere Aufnahmen herausgesucht werden, oder kurzzeitig
Originale zur Verfügung gestellt werden. Dazu wendet sich die Presse bitte an: Klaus
Därr Tel. 0175- 5205658. Weitere Bilder, insbesondere ältere Aufnahmen von
Globetrottertreffen, vom Ladengeschäft, von Katalog - Titeln, von Messeauftritten findet
die Presse auf den Seiten der Firma DÄRR unter www.DAERR.de.
oder erhält kurzzeitig Originale vom neuen Eigentümer der Firma, Wolfgang Maas, Tel.
089- 8206677.
Zu anderer Verwendung als zur Berichterstattung über das Firmenjubiläum dürfen die
Bilder nicht verwendet werden
Hier finden Sie die Übersicht
der Fotografien zum Jubiläum
Copyright
2000: Därr Expeditionsservice GmbH München.
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